Zahnerkrankungen

Zahnerkrankungen

Zahn- und Zahnbetterkrankungen

Zahnbelag / Zahnstein:
Eine weißliche, klebrige Ansammlung von Belägen auf der Zahnoberfläche, bestehend aus Nahrungspartikeln, Bakterien und bakteriellen Nebenprodukten. Zahnbelag ist die grundlegende Ursache von Parodontalerkrankungen (Erkrankungen an Zahnfleisch und Zahnhalteapparat). Wird Zahnbelag nicht entfernt, verhärtet er sich zu Zahnstein. Dieser muss vom Tierarzt entfernt werden, um fortschreitende Schäden zu verhindern.

Gingivitis:
Gingivitis ist eine Zahnfleischentzündung ohne Bildung von Zahnfleischtaschen und Veränderungen am Zahnbett und Zahnhalteapparat. Sie wird verursacht durch Zahnbelag am Zahnfleischrand und in der Furche zwischen Zahn und Zahnfleisch. Durch gute Zahnreinigungsmethoden kann Gingivitis behandelt und behoben werden.

Parodontitis:
Parodontitis bezeichnet den entzündlichen Schwund und die Zerstörung des Zahnbettes und Zahnhalteapparates. Dabei kann es zu einer Lockerung der Zähne kommen. Diese Gewebezerstörung ist teilweise auf bakterielle Aktivitäten zurückzuführen, beruht jedoch im Wesentlichen auf den Entzündungsfolgen.

Gingivarezession:
Gingivarezession ist das Zurückziehen des Zahnfleischrandes weg von der normalen Position am Fuß der Zahnkrone, was zur Freilegung der Zahnwurzeloberfläche führt.

Knochenschwund:
Bei fortschreitenden Prozessen kommt es zu Veränderungen an den Knochen des Kiefers. Diese Schäden sind bleibend und können nicht rückgängig gemacht werden.

Zahnfraktur:
Bei jedem Zahn mit einer Fraktur der Zahnkrone sollte festgestellt werden, ob die Pulpenhöhle (das Zahnmark, welches Nerven enthält) eröffnet ist oder nicht. Ein roter oder schwarzer Fleck kann ein Anzeichen dafür sein,  dass die Pulpenhöhle eröffnet ist.

Wie entstehen Zahnbetterkrankungen?

Am Anfang einer Zahnbetterkrankung entsteht Zahnbelag (Plaque), eine dünne Schicht aus Millionen von Bakterien. Dieser lagert sich in der Nähe des Zahnfleischrandes an. Zahnbelag ist relativ einfach von den Zähnen zu entfernen. Wird er jedoch nicht entfernt, mineralisiert dieser und entwickelt sich zu Zahnstein. Zahnstein ist eine harte Ablagerung, die schwer zu entfernen ist. Die in Zahnbelag und Zahnstein enthaltenen Bakterien befallen das Zahnfleisch und können zu Entzündungen führen. Werden diese Entzündungen nicht behandelt, trennt sich der Zahn vom Zahnfleisch. Dann können Bakterien immer tiefer in die Lücke zwischen Zahn und Fleisch eindringen. Das ist der Beginn einer ernsthaften Zahnfleischerkrankung. Daraus resultiert oft ein Angriff der Bakterien auf die Zahnwurzel, was zu Zahnausfall und einem Eindringen von Bakterien in die Blutlaufbahn führen kann. Zahnfleischerkrankungen können somit großen Einfluss auf die Gesundheit der Organe (z.B. Leber, Niere) haben.

Achten Sie auf erste Anzeichen!

Wenn Ihnen eines der folgenden Anzeichen auffällt, ist eine tierärztliche Untersuchung angeraten:

Verhalten


Jeder weiß, wie unangenehm es ist, wenn nur eine winzige Stelle im Mund entzündet ist oder ein freiliegender Zahnhals bei kalten und heißen Speisen schmerzt. Einem Hund geht es da nicht anders, nur zeigt er seine Schmerzen nicht durch Winseln oder Weinen, sondern ändert sein Verhalten. Er ist weniger lebhaft, passiv, hat kein Interesse mehr am Kauen und Spielen. Er lässt Sie nicht mehr in die Nähe seiner Schnauze.

Schlechter Atem


Ein schlechter Atem bei Hunden ist nicht normal und fast immer ein Anzeichen für Zahn- und Zahnbetterkrankungen.

Zahnfleischbluten


Ursache für blutendes Zahnfleisch ist eine Entzündung. Bakterien greifen das Zahnfleischgewebe an, das sich schließlich entzündet und anfängt zu bluten.

Entzündetes Zahnfleisch

Gebiss mit Zahnstein

Gesundheitliche Folgen

Aus Entzündungsherden in der Maulhöhle gelangen Bakterien über die Blutbahn in den Organismus und schädigen dort oft schleichend und unbemerkt lebenswichtige Organe.

Leber 

In der Leber bilden sich viele kleine Entzündungsherde, ihre Funktion wird beeinträchtigt, der Organismus dadurch weiter belastet.

Gelenke

Entzündungskomplexe lagern sich in den Gelenken ab und schränken die Beweglichkeit und Bewegungsfreude des Hundes ein.

Herz

Der Herzmuskel wird angegriffen. Hunde mit hochgradiger Parodontitis haben ein 6-fach höheres Risiko, an einer Herzmuskelentzündung zu erkranken. Zahnbelag ist also alles andere als ein kosmetisches Problem!

Lunge

Als Reaktion auf die Bakterien kommt es zu Verhärtungen des Gewebes. Die Kondition des Hundes wird dadurch geschwächt, es kann zu Husten und Atembeschwerden kommen.

Immunsystem

Permanente Entzündungsherde in der Maulhöhle schwächen das Immunsystem und erhöhen die Anfälligkeit für Erkrankungen wie z. B. Infekte, Allergien oder Diabetes.

Nieren

Das Nierengewebe entzündet sich, es kommt zu Verdickungen in den Nierengängen, die Nieren können ihrer Funktion nur noch eingeschränkt nachkommen.